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Warum ich keine kostenlosen 15-Minuten-Beratungen mehr mache– Eine echte Nachricht schockte mich wirklich!
Gestern landete diese Nachricht in meinem Postfach auf LinkedIn. Zuerst dachte ich wirklich, es sei Spam. Stattdessen war es eine echte Anfrage einer Senior-Research-Analystin eines großen Schweizer Asset Managers / Pensionsfonds. Der exakte Wortlaut der Mail (stark anonymisiert):
Dear Dr. Neubauer,
I’m a research analyst with […] there’s no fast money here. I’m working on a project (internal, not for publication) about AI and copyright regulations/rules/guardrails.
The UK recently changed from a more liberal stance to a more guarded one and I wonder if there’s a broader rethink happening? I’m not a legal expert. I know nothing of copyright law or state of play with AI – but I can observe that there’s flux and obviously this is all new. Would you have 15-20 minutes to talk to me at high level about where we’re at and where we might be going? Are there appreciable differences across jurisdictions? Thank you so kindly for your consideration and reply.
With respect, […]
Und direkt darunter zwei praktische Buttons:
Yes, interested…
No thanks…

Als wäre ich ein kostenloser KI-Chatbot mit Doktortitel, den man einfach mal eben anzapfen kann.
Es war kein Gründer mit knapper Kasse und kein kleines Unternehmen – das könnte ich noch verstehen. Es war ein international renommierter institutioneller Investor mit erheblichem verwaltetem Vermögen. Genau deshalb ist die Erwartung kostenloser Expertenarbeit so bezeichnend.
Das ist keine harmlose Anfrage.
Das ist die pure Respektlosigkeit gegenüber der Zeit, der Ausbildung und der jahrelangen Expertise von uns Spezialist:innen. Eine hochbezahlte Analystin eines renommierten Schweizer Pensionsfonds schreibt offenbar mehrere Expert:innen parallel an – mit fertiger Vorlage und praktischen Antwort-Buttons – in der Hoffnung, dass wir unser teuer erarbeitetes Wissen (EU AI Act, KI-Copyright, internationale Entwicklungen) einfach so verschenken. Damit sie selbst gut dasteht.
Und das ist leider kein Einzelfall. Vor ein paar Monaten hatte ich mich auf eine hochdotierte Stelle als KI-Consultant bei einer Schweizer Boutique-Beratung beworben. Die Rückmeldung klang vielversprechend: „Leider nein, Sie sind zu überqualifiziert für die ausgeschriebene Position – aber der Geschäftsführer würde sehr gerne persönlich mit Ihnen sprechen, um zu prüfen, „inwieweit Ihre Qualifikationen für unser Unternehmen auch in einer anderen, höheren Rolle interessant sein könnten.“
Man hat mir richtig Honig um den Mund geschmiert. Nach zwei Monaten Wartezeit endlich der Videotermin. Nach einer Stunde intensivem Gespräch wurde klar: Es ging nie um eine Stelle. Der Geschäftsführer wollte lediglich mein Promotionsthema, meine aktuelle Markteinschätzung und Tipps zur Akquise – natürlich alles kostenlos. Am Ende nur ein freundliches „Vielen Dank“.
Ich habe die Lektion gelernt: Wer echte KI-Compliance, EU-AI-Act-Beratung oder Rechtssicherheit im KI-Bereich braucht, der investiert auch professionell darin.
Wer nur schnell mal die Expertin anzapfen und ihr Wissen abgreifen will, der hat bei mir keinen Platz mehr. Deshalb habe ich klare Grenzen gezogen.
Mein Angebot für ernsthafte Entscheider: 25-Minuten Strategy-Call für 250 €.
In diesem konzentrierten Gespräch erhalten Sie:
- Eine erste, praxisnahe Risiko-Einschätzung für Ihr konkretes KI-Projekt oder Ihre aktuellen Compliance-Prozesse
- Klare Handlungsempfehlungen für 2026
- Entscheidungshilfe, ob und wo Sie tiefer einsteigen sollten
Keine oberflächlichen Plaudereien. Kein Brain-Picking. Nur konkreter Wert. Hier geht’s direkt zur Buchung:
→ https://calendly.com/anja-neubauer/25min (Serious inquiries only. Keine kostenlosen Beratungen mehr.)
Und wer sein Unternehmen begleiten lassen möchte, findet auch hier eine Möglichkeit: https://ainja.de/beratung/
Fazit
Aber natürlich können mich Interessenten immer noch per Mail oder telefonisch unverbindlich für eine Ersteinschätzung fragen. Das ist auch wichtig, damit Bedarfe geklärt werden.
Jedoch: Die Zeiten, in denen Expert:innen-Wissen als Freigut betrachtet wurde, sind vorbei – besonders im hochregulierten Bereich von KI und Recht.
Wer professionelle Unterstützung möchte, der bekommt sie auch. Wer nur „mal schnell“ etwas abgreifen will, der muss sich woanders umsehen.
Ich freue mich auf die Gespräche mit denen, die es ernst meinen.

