Analysen & Hintergründe

Die Auswirkungen des EU AI Acts auf den deutschen Mittelstand: Eine Analyse der Compliance-Herausforde-rungen im Januar 2026

Der EU AI Act, der schrittweise seit 2024 umgesetzt wird, stellt den deutschen Mittelstand vor erhebliche Herausforderungen. Eine aktuelle Analyse aus Januar 2026 zeigt, dass viele KMU mit den neuen Regulierungen überfordert sind, insbesondere bei der Klassifizierung von KI-Systemen als hochriskant. Hintergrund ist der risikobasierte Ansatz des Acts: Systeme für Kreditscoring oder Rekrutierung fallen unter strenge Pflichten, die ab August 2026 gelten, inklusive Risikomanagement, Datengovernance und technischer Dokumentation. Eine Studie des Bundesfinanzministeriums aus September 2025 beleuchtet, wie KI-Prototypen wie eLexa und LegisLLM den Bürokratieabbau unterstützen könnten, doch für KMU fehlen oft die Ressourcen für solche Implementierungen.
Strukturell hängen diese Herausforderungen mit der Fragmentierung des Marktes zusammen: Während Großkonzerne wie Bosch oder SAP dedizierte KI-Teams haben, kämpfen kleinere Firmen mit Kosten für Zertifizierungen und Schulungen. Die Bosch Tech Compass-Umfrage 2025 ergab, dass 69 % der Befragten eine ungleiche Verteilung von KI-Kompetenzen als Verstärker sozialer Ungleichheit sehen.
In Deutschland übernimmt die BNetzA die Marktüberwachung, doch der Referentenentwurf des KI-MIG aus 2025 zeigt Lücken in der Innovationsförderung. Multivariate Analysen aus der Kompass-Studie 2025 unterstreichen, dass Einstellungen zu KI stark von Kompetenzentwicklung abhängen: Unternehmen mit starken KI-Skills berichten von höherer Produktivität, während andere Risiken wie Datenschutzverstöße unterschätzen.
Hintergründe zu den regulatorischen Verbindungen: Der AI Act interagiert mit NIS-2 und dem Cyber Resilience Act, was zu doppelten Compliance-Anforderungen führt. Eine Kurzstudie von Mittelstand-Digital aus 2025 warnt vor Kostensteigerungen von bis zu 20 % für betroffene Firmen. Langfristig könnte KI jedoch den Bürokratierückbau fördern, wie das BMF in seinem Monatsbericht 2025 andeutet, durch automatisierte Analysen von Normen. Dennoch bleibt die Gefahr eines „KI-Winters“ – einer Phase der Ernüchterung, wie in der Beyonder-Analyse 2025 beschrieben – real, wenn Integration ohne Strategie erfolgt.Zusammenfassend: Der Mittelstand braucht gezielte Förderung, um die Chancen des AI Acts zu nutzen. Ohne das droht eine Spaltung zwischen KI-Führern und -Nachzüglern.

Written By

AiNJA Redaktion